Herbstwanderung – Mühlsteinweg Frankenhain
Der noch junge Herbst und das Wetter hatten einen schönen Tag für eine Wanderung vermuten lassen. Seit einiger Zeit nutze ich eine App auf dem Handy als Wanderkarte und war im Internet auf der Suche nach einer Tour im mittleren Thüringer Wald.
Auf der Webseite der Thüringen Tourismus GmbH wurde mir die „GeoRoute18 – Mühlsteinweg Frankenhain“ vorgestellt. Viel Wissenswertes und Schönes über Mühlsteine, die Kraft des Wassers, Handelswege und Bergbau sind auf der Tour zu erfahren.
Das war für mich mehr als interessant. Meine Neugier war geweckt. Die GPS-Daten in meine App auf dem Handy importiert, die Wandersachen gepackt und dann mit dem Auto bis vor die Touristeninformation in Frankenhain gefahren.
Bei herrlichem Herbstwetter stand ich auf dem Parkplatz, da begegnete mir eine Mitarbeiterin der Touristeninformation Frankenhain. Nach einer Einführung zum Mühlsteinweg mit ihrer freundlichen und herzlichen Art wusste sie einiges zu berichten.
Der spannende Themenwanderweg mit vielen Schautafeln zur GeoRoute18 wurde gerade erst eröffnet. Aus berufenem Mund hatte ich das Glück darüber informiert zu werden. Die Zeit verging wie im Flug. Nach dem ehemaligen Ferienheim Am Roßbach trennten sich unsere Wege.
Unter blauen Himmel führte mich der Weg, umrahmt von hohen Fichten und kleinen Birken, zwischen dem Kleinen und dem Oberen Ensebachsteich entlang. Ein ganz besonderer Ort, ein Ort des in sich Ruhens, des Innehaltens.
Die Strecke ist sehr gut mit Wegweisern markiert. Die Gemeinde Geratal hat am Lütsche-Stausee eine überdachte Sitzgruppe mit Blick über das Wasser aufgestellt. Hier konnte ich Rast machen und mich vom Mitgebrachtem aus dem Rucksack stärken. Nach der Staumauer kann am Weg der „Lütsche-Stein“ besichtigt werden. Das Denkmal wurde zu Ehren der Waldarbeiter errichtet, welche ohne maschinelle Unterstützung, nur mit Muskelkraft, diese kräftezehrende Arbeit im Zusammenhang mit dem Stausee durchführten.
Abgelagerte Tuffgesteine aus den Schloten längst erloschener Vulkane können am Lütsche-Bach an einer Abrisskante im Felsen durch ein „geologisches Fenster“ bewundert werden. Dem Grund weiter folgend, liegt an der Einmündung des Ensebachs eine ehemalige Dorfstelle. Durch die Kraft des Wassers wurden hier unterschiedliche Mühlen betrieben. Die ehemalige Grube „Eintracht“ nutzten die Waldbewohner zur Gewinnung verschiedener Erze. Der Bergbau wurde oft im Nebenerwerb betrieben, wenn die Arbeit in der Landwirtschaft ruhte.
Nicht weit von Gräfenroda geht es dann durch das malerische Sandbachtal zurück nach Frankenhain. Eine wunderbare Wanderung nähert sich dem Ende. Meinen Dank möchte ich allen am Projekt „GeoRoute18 – Mühlsteinweg Frankenhain“ und dessen Umsetzung Beteiligten aussprechen. Unser Thüringer Wald hat ein weiteres Wander-Highlight bekommen.
Karsten aus Erfurt